Seltsam öffne mich, 2003

H-Milch

Manchmal gibt es nur noch die Befürchtung
Ganz allmählich zu verstummen
Das was ich will hat mit dem was ich kann wenig zu tun
Ich habe gesucht herauszufinden
Worum es geht das hält nie ewig
Was zwischen Jahren und Stunden
Aber vielleicht länger als ein Liter H-Milch

Seltsam öffne mich

Bin heute Morgen aufgewacht
Mit dem bekackten Gefühl
Voller Leere und Sinnlosigkeit
Hatte was Besseres vor
Aber dann erschien
In leuchtenden B.U.C.H.S.T.A.B.E.N.
Dies und das und jenes
Und so vieles was irgendwie von Bedeutung ist
Warum das alles so schwer zu verstehen ist
Als ob sich so was das fragen lässt

Hinter deinem Küchenfenster
brennt noch Licht
Wirfst einen Schatten
in den Staub auf meinem Heimweg
Seltsam öffne mich

Und wenn ich denk ich kann nicht mehr
Dann wünsche ich mir
Mich an Deiner Seite zu wissen
Von allen Geistern verlassen
Der Enge entrissen die Augen zu schließen
Geboren um zu rennen
Geboren um abzuhauen
Miteinander und füreinander da
Wohin Du auch gehst
Du gehst mir nah
Was immer Du tust
Ist gut genug
Gut genug

Hinter deinem Küchenfenster
brennt noch Licht
Wirfst einen Schatten
in den Staub auf meinem Heimweg
Seltsam öffne mich

Wann kommst Du vorbei

Feuer bricht aus dem Eisschrank aus
Sicherungen brennen durch
Alle Stecker heraus
Und ein Augenlid über den Toasterdraht
Rotes Licht roter Vorhang

Und ein Hauch von Nichts
Weht die Straße entlang
Und fragt mich wann

Wann kommst Du vorbei und lehnst Dich an mich
Du hast mein Herz so unaufgeräumt
Komm einfach rein du störst überhaupt nicht
Ich habe sowieso gerade davon geträumt
Dass du vorbeikommst ist meine Hoffnung
Mitten in der dunkelsten Nacht
Komm einfach rein die Tür ist offen
Ich habe sowieso gerade an Dich gedacht
Wann kommst Du vorbei

Sommergewitter ein Blitzmerker
Ein Stammeln und Stolpern gerät
In Scherben und Splitter
Wünscht immerfort sich
Einerseits andererseits Import Export

Und ein Hauch von Nichts
Weht die Straße entlang
Und fragt irgendwann

Wann kommst Du vorbei und lehnst Dich an mich
Du hast mein Herz so unaufgeräumt
Komm einfach rein du störst überhaupt nicht
Ich habe sowieso gerade davon geträumt
Dass du vorbeikommst ist meine Hoffnung
Mitten in der dunkelsten Nacht
Komm einfach rein die Tür ist offen
Ich habe sowieso gerade an Dich gedacht

Glückskeks

Wohin so spät des Wegs
Sohn der Finsternis
In einem Kleid nur aus Dunkelheit
Einer Mütze auf, die ohne Schlaf ist
In der Nacht aller Nächte
Die die Zweifel zerstreut
Naht aller Nähte
Die alle Wunden heilt
Die Stadt liegt da unten
Und schläft niemals ein
Strömender Regen
Im Glühbirnenschein

Du bist was du isst - Glückkeks
Kaust auf einem Stückchen Papier
Lässt nicht los woran Du festhältst
Damit mit der Zeit etwas Gutes passiert
Denn Du bist was Du isst - Glückskeks
Nur für einen kurzen Moment
Den Du nicht an-
Weil Du nicht kannst
Aber -erkennst

Wohin so spät des Wegs
Gottes Sohn der Finsternis
In einem Mantel der Verschwiegenheit
Der klebt auf der Haut die Außenwand ist
In der Nacht aller Nächte
Die die Zweifel zerstreut
Naht aller Nähte die alle Wunden heilt
Nah aller Nähe
Der Zeit aller Zeiten
N alle n-e
Ist was übrig bleibt

Du bist was du isst - Glückkeks
Kaust auf einem Stückchen Papier
Lässt nicht los woran Du festhältst
Damit mit der Zeit etwas Gutes passiert
Denn Du bist was Du isst - Glückskeks
Nur für einen kurzen Moment
Den Du nicht an-
Weil Du nicht kannst
Aber -erkennst

7

Manche Dinge sind nicht gut für Dich
Machen manchmal gar keinen Sinn mehr
Und Du gehst runter auf den Hinterhof
Und kramst sie aus dem Mülleimer

Und Du ringst nach den richtigen Worten
Mit einem Herz drin und Flügeln daran
Doch die Vögel die Du meintest kommen
Erst wenn man sie nicht mehr brauchen kann

Und Du fragst Dich über und über
Wie viele Brücken muss ich gehen
Immer wieder und wieder
1 2 3 4 5 6 7

Manche Worte verhielten sich gestern
So ganz anders als sie jetzt sind
Und Du kannst Deine Welt auf den Kopf stellen
Es gibt nichts was daran was ändert

Manche Tage sind nur geträumte
Die man träumt ohne Ahnung vom Träumen
Und sie starren Luftlöcher in Deinen Kopf
Bis Du denkst Du dachtest Du schläfst schon

Und Du fragst Dich über und über
Wie viele Brücken muss ich gehen
Immer wieder und wieder
1 2 3 4 5 6 7

Manche Dinge sind so gut zu Dir
Und machen gar keinen Sinn
Und Du siehst sie im blassen Schimmern
Auf dem Dachboden der Tatsachen

Einwegfeuerzeugstichflamme

Ich glaube an nichts
Ich habe nichts zu sagen
Das wollte ich schon immer mal sagen
Wenn der Zeitpunkt gerade geeignet war
Also frag mich einfach nicht
Ich weiß es besser nicht
Vielleicht vom Leben zu viel
(Zu wenig ist eher wahrscheinlich)

Du bist meine große Liebe
Wann können wir uns treffen
Wann können wir uns vielleicht
Wenn es hell wird verabreden
Immer wenn es hell wird
Denke ich an Dich
Wie ein Vogel über den Baum singt
so innig

Und eine Ewigkeit scheint so lange
Wie eine Einwegfeuerzeugstichflamme
Und eine Ewigkeit scheint so lange
Wie eine Einwegfeuerzeugstichflamme

Dies sind unsere Worte
Die kann uns niemand nehmen
Die gehören zu uns
Und können niemandem gehören
Raum für eigene Notizen
Über ein Thema
Darüber liest man immer wieder
Hinten in den leeren Seiten vom Kalender

Wenn du drin blätterst
Ist das Geräusch das Du hörst
Nur ein Taxi das nicht anhält
Unbeirrt weiterfährt
Hamburg kommt um die Ecke
Eingetroffenes Ziel
Als Du Dein Fenster hinunterkurbelst

Und eine Ewigkeit scheint so lange
Wie eine Einwegfeuerzeugstichflamme
Und eine Ewigkeit scheint so lange
Wie eine Einwegfeuerzeugstichflamme

Gemeinsame Sache

Alles klar soweit keiner weiß Bescheid
Wohin soll die Reise gehen
Lass mal nicht lange überlegen
Denn wir haben Fernweh
Volle Kraft voraus auf die hohe See
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff
Die Dinge laufen aus dem Ruder
Meine Gefühle für Dich sind anderer Naur
Als die von Deinem Bruder
Soweit kannst Du mir glauben
Nichts lieber als Dir den Schlaf zu rauben

Ich habe (Was?)
Ernsthafte Zweifel (Woran?)
Deine Einsatzbereitschaft (Wofür?)
Für die gemeinsame Sache

Warum darum darum warum warum daraum darum warum
Warum darum darum warum warum keine Ahnung
Aber das kannst Du mir nicht ernsthaft antun
Doch das kann ich tun
Ja ich merke das schon
Ich wäre längst wohlhabend
Wenn es Pfand gäb auf leere Versprechungen
Aber wer weiß das schon
Wo will jeder sein
In Sicherheit gibt es mit Sicherheit eine schiefe Bahn
Und vielleicht können wir da mal mitfahren
Ohne gültigen Fahrschein
Ist der Platz da neben Dir noch frei

Ich habe (Was?)
Ernsthafte Zweifel (Woran?)
Deine Einsatzbereitschaft (Wofür?)
Für die gemeinsame Sache

Alles klar soweit keiner weiß Bescheid
Was machst Du morgen um die gleiche Zeit
Ich werde nach Hause ziehen
In meine WG-Gegend gehen
Zu Audrey Hepburn und Shirley MacLaine

Ich hege (Was?)
Im Stillen Zweifel (Woran?)
Deine Einsatzbereitschaft (Wofür?)
Für die gemeinsame Sache

Tiefkühltruhe

Du wohnst in einem Apartment in einem Schloss aus Sand
Auf Deinem Schild steht "Unbekannt verzogen"
Ans Ende der Straße bei den Schornsteinen
Richtung Regenbogen

Ich klingel Deine Klingel, jemand betätigt den Surrer
Und das Geräusch erinnert mich vom Sound her
An die Nadel von Bob dem Tätowierer
Das Treppenhaus es ist menschenleer

Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Und finde meine letzte Ruhe in einer Tiefkühltruhe

Und wenn ich um die Ecke komm
Und mir Jack Nicholson eine Axt in den Bauch rammt
Dann renne ich um mein Leben
Renne einem Licht entgegen

Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Und finde meine letzte Ruhe in einer Tiefkühltruhe

Es ist brutal, dass Du nicht da bist, dass Du mich nicht erwartest
Wir hatten uns doch erst letztens an der Kreuzung getroffen
Du gabst mir das Gefühl ich hätte Anlass zur Hoffnung

Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Langer Gang - Ich geh den langen Gang entlang
Und finde meine letzte Ruhe in einer Tiefkühltruhe

Tag ohne Namen

Auf Wegen die sich bewegen
An Häusern vorbei die reden
Mit Snickersresten zwischen den Zähnen
Über Erdbeeren und Erdbeben

Schneller als Dein Schatten
Schneller als der Schall
Als eine Flipperkugel
Zurückprallt und runterfällt
Die niemand aufhält
An einem Tag ohne Namen
(Uhrzeit nicht vorhanden)

An Türmen vorbei fernsehen
Auf Straßen die nie verlassen
Aus Volume und Valium ein Leben erfinden
Aus Geräuschen und Gegenständen

Schneller als Dein Schatten
Schneller als der Schall
Als eine Flipperkugel
Zurückprallt und runterfällt
Die niemand aufhält
An einem Tag ohne Namen
(Uhrzeit nicht vorhanden)

Es ist so gut hier zu sein
Zu gut um nicht wahr zu sein
Du könntest die Welt umarmen
Manchmal musst Du Dich von allem trennen
Nur um zurück zu können
An einem Tag ohne Namen

An einem Tag ohne Namen

Jetzt für immer

Das Licht geht an im Flur
Scheint auf uns herunter
Hindurch unter der Tür
Wie ein Hoffnungsschimmer

Jetzt für immer
Jetzt für immer

Wir sind die Vorbeitaster
Vorbeitasten am Lichtschalter
Niemand geht vor (niemand geht vor)
Und re-niemand hinterher

Jetzt für immer
Jetzt für immer

LED Digitaluhr
Elektronik Radio
Der Strom und die Lampe
Der Puls und die Adern
Und die Minibar
Ist geöffnet und
Wir liegen quer über den Boden
Verteilt zwischen den Schuhen
Die uns bis hierher trugen
Bis hierher und nicht weiter

Jetzt für immer
Jetzt für immer
Jetzt für immer
Für immer jetzt
Jetzt für immer